Viel Geld für Zwiebeln

Klappt doch: Die Erstauflage der Günti-Memoiren von 130 000 Exemplaren ist fast vergriffen. 100 000 Exemplare sind für die zweite Angriffswelle vorgesehen. Grass´ Waffen-SS-Reklameaktion bringt jede Menge Kohle, auch für den Nobelpreisträger, der sich gerade auf Opfer frisert, weil er zur „Unperson" gemacht werden solle, wie er sagt, während doch gerade alle Zeitungen über ihn schreiben und alle Sender seine Sprüche senden. Nach den „Gemeinsamen Vergütungsregeln für Autoren belletristischer Werke in deutscher Sprache" des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) in der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) müßte Grass ein Honorar bekommen „von 10 Prozent für jedes verkaufte, bezahlte und nicht remittierte Exemplar bezogen auf den um die darin enthaltene Mehrwertsteuer verminderten Ladenverkaufspreis (Nettoladenverkaufspreis)". Wenn ich mich nicht verrechnet habe, stehen ihm beim Preis von 24 Euro, den er für jeder seiner Zwiebeln nimmt, für 230 000 Exemplare 513 360 Euro zu (in Geld ausgedrückt: über eine Million DM). Da sage noch einer, die Zugehörigkeit zu verbrecherischen Organisationen lohne sich nicht. Allerdings muß einer dafür schon die NATO-Bomben auf Jugoslawien gutgeheißen haben, so wie es unser Pomme de Lettre tat. Was der Literatur-Geschäftsmann hingegen unterlassen sollte, kann unter dem Stichwort "Handke" nachgeschlagen werden.