Bockwurst, Quandts und Checkpoint Charlie

Bockwurst goes to Hollywood? Hoffentlich nicht. Zwei Abende schickte die ARD das Gesicht, besser gesprochen: die Naturdarmvisage der Veronica Ferres in einer aufwendigst beworbenen Anti-DDR-Schmonzette auf Sendung, ließ das Rührstück von Anne Will zusammen mit Socken-Hintze und Stasi-Birthler und auch im Internet nacharbeiten, um zwischendurch dann doch den Stöpsel aus der Wanne zu ziehen. Denn am Sonntagabend zu später Stunde lief entgegen den Ankündigungen, die einen Streifen über Inge Meysel versprochen hatten, der Dokumentarfilm "Das Schweigen der Quandts". Der handelte von der Güte dieses Landes, die bekanntlich darin besteht, daß die wahren Eigentümer des besten Deutschlands aller Zeiten in der Regel viel Geld mit Hitlers Mörderregime verdient hatten und deshalb - Leistung muß sich lohnen! - nach 1945 noch mehr zusammenraffen durften. "Bekanntlich" ist selbstverständlich übertrieben. Es weiß ja kaum jemand, was die Quandts heute sind: Haupteigentümer von BMW. Insofern gut, daß fast anderthalb Millionen Menschen, von den Programmzeitschriften vollkommen unvorbereitet, den Film gesehen haben. Man stelle sich nur mal vor: Die ARD sendet zwei Abende "Das Schweigen der Quandts", nachdem wochenlang Plakate in allen Städten dafür geworben haben. Eine Talkshow, sie muß den lustigen Namen "Anne Will" nicht unbedingt tragen, handelt von diesem Thema und bespricht auch ausführlich, warum Hitler, die Quandts und die jahrzehntelange Existenz des Checkpoint Charlie sich ohne einander nicht denken lassen - und Vroni die Wurst landet im Nachtprogramm