Eskimos nach Lichtenrade!

Warum heißt die Frankfurter Allgemeine Frankfurter Allgemeine? Weil deren Mitarbeiter Berlin nicht kennen, dies in Frankfurt allgemein aber niemandem auffällt. Diese Zeitung also bringt auf der letzten Seite ihres heutigen Feuilletons ein Gespräch mit dem Regisseur und Sozialarbeiter Neco Celik, der laut Frankfurter Allgemeine a) als Kind türkischer Einwanderer 1972 in Berlin- Kreuzberg geboren worden ist und b) gerade mit dem Satz aufgefallen war, es gebe zu viele Deutsche in Berlin. Ob die Behauptung a) stimmt, wissen wir nicht, im Falle von b) sind wir uns hingegen sicher: Sie ist richtig, so richtig wie der Satz, daß auch die Zahl der Türken in Berlin ruhig kleiner sein könnte. Ein paar mehr Eskimos hingegen wären eine feine Sache. Diese Menschen würden auf der Spree oder dem Landwehrkanal Kajak fahren und bei abnehmender Zahl von Deutschen wie Türken den Anteil von BMW-Fahrern auf den Straßen der Hauptstadt senken. Die Lebensqualität nähme sprunghaft zu. Celik allerdings redet nur von Deutschen und Türken und sagt, daß er eigentlich meine, das Mischungsverhältnis zwischen diesen beiden Landsmannschaften müsse besser werden, worauf die Interviewerin von der Frankfurter Allgemeinen ihn fragt: "In Ihrer Logik würde daraus ja folgen: mehr Deutsche nach Kreuzberg und Neukölln, mehr Türken nach Spandau." Geantwortet haben soll darauf Celik: "Vergessen wir mal Spandau. Lichtenrade im Osten ist noch wichtiger." Lichtenrade, Lichtenrade? Celik kann das so nicht gesagt haben, falls die Aussage stimmt, er sei 1972 in Berlin-Kreuzberg geboren. Also bleibt uns nichts übrig, als der Interviewerin oder dem zuständigen Redakteur bzw. allen beiden und Herrn Celik noch dazu mit Georg Christoph Lichtenberg (1742 bis 1799) zu kommen, der da schrieb: "Es soll mir zur Warnung dienen: Ich will künftig nichts mehr drucken lassen, ohne es, wie jener große französische Dichter, meiner Köchin vorzulesen." Was allerdings nur Sinn hat, wenn die Köchin aus dem Osten Bundesdeutschlands kommt, wie ja schon ein größerer Teil des Dienstpersonals.