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In Neubrandenburg forderten tausende Handwerker und Unternehmer ein Ende der Sanktionen

Alles „Querdenker“? Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat die Denunziation gar nicht erst versucht, als er am Donnerstag über die Demonstration von Handwerkern und Unternehmern im Zentrum von Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) berichtete. Es waren nach Polizeiangaben mindestens 2500 Teilnehmer, wahrscheinlich aber wesentlich mehr, während die dpa von lediglich 900 Demonstranten sprach. Der Protest richtete sich gegen die Energiepolitik der Bundesregierung, von der die Leute aus den kleinen und mitteleren Betrieben die Grundlagen ihrer Existenz bedroht sehen.

Dem informativen Fernsehbericht des NDR zufolge war in Neubrandenburg das volle Spektrum der Gewerbe vertreten: vom Bäckermeister bis hin zum Vertreter einer Versicherungsagentur. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig fand offenbar kaum Anklang, auch nicht beim NDR-Reporter, der meinte, sie habe „Vorschläge kundgetan, die wir schon kennen – zum Beispiel also den Energiepreisdeckel oder daß wir alle Energie sparen sollen, viel Energie“. Schwesig war eigentlich zum „Wirtschaftsempfang“ der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Ost-Mecklenburg eingeladen, der nebenan zeitgleich mit geladenem Publikum stattfand.

Die offensichtlich von der Masse der Demonstranten auf dem Neubrandenburger Markt geteilten Forderungen lassen sich nach dem NDR-Bericht so zusammenfassen:

– Verhandlungen mit Rußland zur Beendigung des Ukraine-Krieges
– Schluß mit den Sanktionen gegen Rußland
– Öffnung der Gaspipeline Nordstream 2
– Frieden mit Rußland
– Insolvenzen verhindern
– Existenzen schützen
– planlose Politik beenden
– Neuwahlen
– eine „freie und ehrliche Medienlandschaft“ (Formulierung NDR)

Es ist schon bemerkenswert: Unternehmer und Handwerker geben eine Agenda vor, die eigentlich von einer linken Opposition kommen müßte.